Workshop: Positiver Frieden
Bis zum 31. Dezember 2027 bieten wir bis zu 5 kostenlose außerschulische Workshops für Gruppen ab 10 Teilnehmenden an. Drei davon sind schon vergeben, zwei Plätze sind noch frei.
Warum dieser Workshop?
Junge Menschen haben es heute nicht leicht. Sie wachsen in einer Welt mit vielen Krisen gleichzeitig auf: Pandemie, Erderwärmung, Kriege, Unsicherheit im Alter, Auseinandersetzungen um Geschlechterrollen und Rassismus. Fake News und Deepfakes machen es zusätzlich schwer, all das einzuordnen.
Über soziale Medien sind viele Jugendliche täglich stundenlang einer polarisierenden Stimmung ausgesetzt. Zwischen all den Krisen, die uns täglich präsentiert werden, vergessen wir oft wahrzunehmen, wie gut es uns persönlich bereits geht. Am Diskurs nehmen wir immer häufiger nur noch passiv zuschauend teil und verlernen dabei das Aufeinanderzugehen: im öffentlichen Raum, in der Familie und im Freundeskreis.
Uns fehlt zunehmend eine Vorstellung davon, wohin wir uns als Gesellschaft entwickeln möchten. So entsteht ein Gefühl von Ohnmacht.
Genau hier setzt unser Workshop an.
Was wir gemeinsam lernen
Wir reflektieren mit den Teilnehmenden ihre Lebensrealitäten und individuellen Erfahrungen, gehen aufeinander zu und entwickeln gemeinsam und partizipativ eine Vorstellung davon, wohin wir uns als Menschheit entwickeln möchten. So befähigen wir die Teilnehmenden, selbst aktiv zu werden und persönlich zu positivem Frieden beizutragen.
Was ihr im Workshop erlebt
Grundlagen & gemeinsame Ausgangslage
Verstehen
Was ist positiver Frieden? Und wie sieht eine Welt aus, in der du wirklich gerne lebst?
- Positiver Frieden: mehr als die Abwesenheit von Krieg
- Eigene Lebensrealitäten und Erfahrungen reflektieren
- Ohnmacht erkennen und Wege herausfinden
Innere Haltung & emotionale Fähigkeiten
Nachdenken
Ihr bewertet anonym Statements. Wo seid ihr euch einig, wo nicht? Und warum eigentlich?
- Eigene Gefühle erkennen und benennen
- Eigene Vorurteile erkennen: wir haben alle welche
- In der Auseinandersetzung bleiben, auch wenn es ungemütlich wird
Friedensfähigkeiten im direkten Kontakt
Zuhören
Im Gespräch zu zweit trefft ihr jemanden, der anders denkt. Verstehen statt überzeugen.
- Mit anderen unkompliziert ins Gespräch kommen
- Wirklich zuhören, statt auf die eigene Antwort zu warten
- Fragen stellen statt urteilen
- Andere Perspektiven verstehen, ohne die eigene aufzugeben
- Konstruktiv streiten: Gesprächsregeln, Ich-Botschaften, gewaltfreie Kommunikation und radikale Höflichkeit
Beitrag zum positiven Frieden entwickeln
Weitergehen
Gemeinsam schaut ihr zurück: Was hat sich verändert, und was kannst du selbst beitragen?
- Gemeinsam eine Vorstellung davon entwickeln, wohin wir uns als Menschheit entwickeln möchten
- Was will ich persönlich in der Gesellschaft beitragen?
- Ohnmacht überwinden
Optional
Gesellschaftliche & digitale Dimension
Wenn Zeit, Interesse oder akute Relevanz in der Gruppe besteht: digitale Resilienz, kritisches Denken und Sensibilisierung für strukturelle Gewaltformen.
- Fake News, Deepfakes und seriöse Quellen unterscheiden
- Thematisierung von Rassismus, Sexismus, Mobbing und Hate Speech
- Reflexion der online gesehenen und verstörenden Inhalte
Die Lerninhalte passen wir flexibel an die Bedürfnisse und Interessen der jeweiligen Gruppe an. Nicht alle Inhalte werden in jedem Workshop thematisiert.
Was ihr am Ende in der Hand habt
Zum Abschluss bekommt eure Gruppe eine anonyme Auswertung: Wo seid ihr euch einig? Wo liegt ihr weit auseinander? Und wie sehr seid ihr durch eure Gespräche zusammengerückt? Niemand sieht, wer was geantwortet hat. Sichtbar wird nur, was ihr als Gruppe gemeinsam bewegt habt.
So kommt ihr zu eurem Workshop
Ihr schickt uns eure Interessensbekundung. Ein Klick auf den Button genügt.
Wir melden uns bei euch und stellen einen bunten Mix an Gruppen zusammen, damit wir möglichst unterschiedliche Menschen erreichen.
Euer Workshop findet bei euch statt: kostenlos, bis spätestens Ende 2027.
Was bedeutet positiver Frieden?
Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Wenn nur die Waffen schweigen, sprechen wir von negativem Frieden. Positiver Frieden geht weiter: Er beschreibt eine Welt, in der alle Menschen in Würde, Freiheit und Sicherheit leben können, mit fairen Chancen, gerechten Strukturen und einem Miteinander auf Augenhöhe. Positiver Frieden entsteht nicht von allein: Wir gestalten ihn aktiv, im Alltag, im Gespräch und im Umgang miteinander. Wie so eine Welt aussehen kann, beschreiben wir in unserer Vision.
Außerschulisch: Was heißt das eigentlich?
Unsere Workshops sind ein Angebot der außerschulischen Bildung: Sie finden außerhalb des regulären Unterrichts statt, zum Beispiel im Jugendzentrum, im Verein, in der Jugendgruppe oder bei einer internationalen Jugendbegegnung. Herzlich eingeladen sind auch Gruppen, die mit Geflüchteten zusammenarbeiten, etwa Unterkünfte für Geflüchtete oder Sprachkurse. Und auch als Schule könnt ihr euch bewerben, egal ob Berufsschule, Mittelschule oder Gymnasium. Wichtig ist nur, dass der Rahmen den Erasmus+ Förderrichtlinien entspricht. Ein passendes Format finden wir gemeinsam mit euch. Fragt einfach an.
Formalia: Was kommt auf euch zu?
Ein kleines bisschen Papierkram gehört dazu: Unsere Workshops werden über Erasmus+ gefördert. Für die Dokumentation brauchen wir deshalb von allen Teilnehmenden eine Unterschrift für die Teilnahme. Das war’s auch schon. Um alles Weitere kümmern wir uns.
Holt den Workshop zu euch!
Ihr arbeitet mit jungen Menschen ab 13 Jahren? Ob Jugendzentrum, Verein, Initiative, internationale Jugendbegegnung, Unterkunft für Geflüchtete, Sprachkurs oder Schule, von der Berufsschule bis zum Gymnasium: Bekundet jetzt euer Interesse! Der Button öffnet euer Mail-Programm mit allen Fragen, die wir von euch brauchen. Wir freuen uns auf euch!
Workshops bis Ende 2027 · komplett kostenlos
Die Workshops finden im Rahmen von Erasmus+ Jugend statt und werden von der Europäischen Union finanziert. Dank dieser Förderung können wir sie für euch kostenlos anbieten.